Die 3 wichtigsten Kooperationsmodelle, die Du zur Steuerung von IT-Projekten kennen solltest

Aktualisiert: 28. Juli 2021


Bei digitalen Transformationsprojekten stehen Manager vor der Aufgabe, passende (Software-)Lösungen möglichst kostengünstig und in einem kurzen Zeitrahmen zu entwickeln. Dabei gibt es oft eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Umsetzung einer gewünschten Lösung. Um dabei optimale Ergebnisse zu erzielen, werden sowohl das fachliche Knowhow des Auftraggebers als auch das Umsetzungsknowhow des Entwicklungsteams benötigt.


Eine Frage, die dann meist beantwortet werden muss, ist: Wie kann ein Rahmen - sei es im Innenverhältnis oder zu einem Dienstleister - geschaffen werden, der eine solche Kooperation optimal unterstützt?


Dazu betrachten wir im Folgenden bekannte Kooperationsmodelle und beleuchten, welche Auswirkungen diese haben können:


Time & Material


Der Auftraggeber beschreibt den Scope (den Lösungsumfang) initial eher vage. Es muss keine detaillierte Beschreibung zu Beginn vorliegen. Das Entwicklungsteam setzt die Anforderungen nach und nach um. Kommt es zur Kostenverrechnung, sind die eingesetzten Personen und die zeitlichen Aufwände des Entwicklungsteams die Kostentreiber.


Die Folgen:


  • Das Entwicklungsteam hat keinen Anreiz zur Optimierung des Zeiteinsatzes. Hierbei bedeutet mehr Arbeit gleichzeitig auch mehr Umsatz.

  • Im Zweifel wirkt sich dies auch auf vereinbarte/gewünschte Liefertermine aus.

  • Das Risiko einer erfolgreichen Umsetzung liegt beim Auftraggeber. Das birgt Konfliktpotential.

  • Trotz der oben genannten Herausforderungen bietet dieses Modell den Vorteil, dass eine Anpassung des Scopes jederzeit möglich ist, da die geplanten Entwicklungsressourcen flexibel eingesetzt werden können. Dadurch kann unkompliziert auf neue Anforderungen eingegangen werden.

  • Eine gute Arbeitskultur und Kommunikation auf Augenhöhe zwischen beiden Parteien sind in diesem Modell essentiell, um eine optimale Lösung zu finden.



Festpreis & definierter Umfang (Fix Price & Scope)


Der Scope des Projekts wird zu Beginn fest definiert. Darauf schätzt das Entwicklungsteam seinen Aufwand. Anpassungen an Umfang oder Preis sind nur durch „Change-Requests“ (neu zu verhandelnde Anpassungen, die Zusatzkosten bedeuten) möglich.


Die Folgen:


  • Eine detaillierte Aufbereitung von Anforderungen zu Projektbeginn ist nötig – aber in Realität teilweise schwierig.

  • Das Entwicklungsteam trägt das Risiko korrekter Aufwandsschätzungen. Dies schlägt sich meist in einem großen Puffer und somit vermeidbaren Kosten nieder.

  • Change-Requests und daraus resultierende Verhandlungen können Lieferungen stark verzögern.

  • Der Auftraggeber möchte tendenziell mehr erhalten und der Auftragnehmer möchte weniger liefern. Dieses Vorgehen birgt an mehreren Stellen Konfliktpotential, da Auftraggeber und Entwicklungsteam deutlich unterschiedliche Ziele (Gewinnmaximierung des Auftraggebers vs. Ressourceneinsatzminimierung des Auftragnehmers) verfolgen.

  • Interessant wird dieses Model, wenn der Liefergegenstand seitens Auftraggeber und Entwicklungsteam sehr gut verstanden wird. Dies ist z.B. der Fall, wenn das Entwicklungsteam bereits über umfangreiche Erfahrungen und Referenzprojekte verfügt. Der Vorteil bei diesem Vorgehen liegt in der Planungssicherheit der Kosten.



Time & Material mit variablem Scope und Kostendeckel


Der Auftraggeber beschreibt den Scope (den Lösungsumfang) initial eher vage. Es muss keine detaillierte Beschreibung zu Beginn vorliegen. Das Entwicklungsteam setzt die Anforderungen nach und nach um. Zusätzlich gibt es jedoch einen definierten und kommunizierten Kostendeckel, innerhalb dessen die Lösung geliefert werden muss.


Die Folgen:

  • Durch den Kostendeckel versucht das Entwicklungsteam (intrinsisch motiviert) im gesetzten Rahmen einen Mehrwert zu stiften.

  • Gerade bei der Verbindung mit agilen Entwicklungsmethoden kann dies ein gutes Modell sein, denn der Auftraggeber kann nach jedem Sprint den Scope neu anpassen.

  • Jedoch könnte das vereinbarte Budget vor Erreichen des notwendigen Business Value aufgebraucht sein. Dies hat zur Folge, dass der Auftraggeber nicht alle gewünschten Anforderungen/Erwartungen erfüllt bekommt.

  • In diesem Modell sind eine gute Arbeitskultur und Kommunikation auf Augenhöhe zwischen beiden Parteien essentiell, um eine optimale Lösung zu finden.



Natürlich gibt es noch zahlreiche andere Modelle und Varianten mit wiederum anderen Vor- und Nachteilen. Wenn Du mehr über Kooperationsmodelle und deren Auswirkungen auf das Ergebnis erfahren möchtest: Wir, das Team von Lupus & Company, haben verschiedenste Modelle erfolgreich in unterschiedlichen Unternehmen eingeführt.


Sprich uns gerne an, wir freuen uns!


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